Vom Praktikanten zum Manager

Zeugnis von Ernst-Uwe Fritze

Mit 52 Jahren wurde ich plötzlich arbeitslos. Da hatte ich zu mir selber gesagt, nur einer kann und wird mir in diesem Alter eine Arbeit geben und das ist mein Gott, an den ich glaube. 

Ich habe gebetet und habe auch für mich beten lassen: Nichts. Meine Frau hat immer an mich geglaubt und zu mir gehalten. 

Ich tat das Notwendige, aber mehr auch nicht. Bewerbungen mussten nun mal sein. Wozu aber sollte ich mich verrückt machen und Hunderte von Bewerbungen losschicken? 

Wenn Gott etwas für mich hätte, sollte er es mir zeigen und mitteilen. 

Aber was hatte ich schon zu erwarten? Früher war ich für den Einkauf mehrerer Warenhäuser zuständig gewesen. Einige Jahrzehnte lang war mein Arbeitsleben in sicherem, geschütztem Fahrwasser verlaufen. Ich hatte immer einen guten Job gemacht als Einkäufer und Abteilungsleiter. Allerdings waren viele moderne und technische Neuerungen an meinem Arbeitsplatz vorbei gegangen, so dass ich, vom Alter einmal abgesehen, auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr up-to-date war. Für die operative Arbeit hatte ich ja meine Mitarbeiter gehabt, so dass ich keinen Anlass gesehen hatte, meine Arbeitsmethoden umzustellen. Und dann kam plötzlich das Aus.

Ich hatte eine gute Abfindungssumme herausgeholt und fuhr dann in Urlaub nach Teneriffa. Während ich auf Teneriffa meine Tage genoss und abschalten konnte, sprach der Herr tatsächlich zu mir. Ich las immer gern in den „Edelsteinen“ von Tim Ruthven. Beim Lesen hatte ich den intensiven Eindruck, Jeremia 33,3 aufzuschlagen. Ich las und mir war als ob der Herr direkt aus dem Vers zu mir sprechen würde: „Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und unfassbare Dinge, von denen du noch nichts weißt.“ 

Dieser Eindruck wurde mir nach meiner Rückkehr in Hamburg durch eine Schwester, die ich kannte, noch einmal bestätigt. Doch war dass noch nicht alles. Ein anderer Bruder, den ich sehr schätze und die Gabe der Prophetie besitzt, teilte mir mit, dass ich bald eine gute Arbeitsstelle im IT-Bereich erhalten würde. Das kam mir nun in der Tat unfassbar vor, denn von der IT Branche verstand ich ungefähr so viel wie die berühmte Kuh vom Tanzen auf dem Eis.

Nach meinem Urlaub meldete sich das Arbeitsamt bei mir, dass ich an einer Weiterbildungsmaßnahme teilzunehmen hätte. Also ging ich in die Rackow-Schule, vier Monate lang mit abschließenden Praktikum. Der Schulbesuch war die Bedingung für die Fortzahlung meines Arbeitslosengeldes. Wegen der Weiterbildungsmaßnahme wurde ich von Seiten des Arbeitsamtes dazu angehalten, meine Bewerbungen auch auf Stellen im IT-Bereich auszudehnen und mich nicht nur auf meine alte Branche zu beschränken. Das schmeckte mir überhaupt nicht, aber ich tat meine Pflicht. 

Überraschenderweise kam schnell eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Doch trotz der prophetischen Eindrücke, die mir zugesprochen worden waren, konnte oder wollte ich die mir vorgelegte Zukunftsaussicht nicht akzeptieren. Der ganze Vorstellungstermin und alles, was damit zusammenhing, ging mir gegen den Strich. Deshalb überlegte ich, wie ich das „Unglück“ noch abwenden könnte.  

Entschlossen machte ich mich auf den Weg zum Vorstellungsgespräch, mit dem Vorsatz, dem Personalchef klarzumachen, dass ich für diesen Job keinesfalls in Frage kommen könne. Meine ganze Abwehrhaltung und sämtliche Hinweise meinerseits auf fehlende Qualifikationen nützten nichts. Mein zukünftiger Chef sagte: „Ich will genau Sie, Herr Fritze.“ Also fügte ich mich ins „Unvermeidliche“. 

Mit 54 Jahren bekam ich eine neue Arbeit. Mit 54 Jahren hat Gott mich als ungelernten IT-Mann vom Praktikanten zum Marketing Manager befördert. Ich hatte keine Ahnung von der IT-Branche. Ich hatte keine Ahnung von PCs, Druckern, Monitoren, Scannern, Laptops, Software usw.  

Ich hatte gebetet und gelernt, jeden Tag, 4 Jahre lang. Oft bin ich ins Schwitzen geraten und musste noch mehr lernen. Das war wirklich nicht leicht. Alles war neu für mich. Ich musste mir alles in mühseliger Kleinarbeit selbst erarbeiten. Ich war von Gott ganz und gar abhängig. Aber mein Glaube wurde immer größer. Mein Gottvertrauen nahm immer mehr zu.  

Dass ich mich mit 54 Jahren zwei jungen Chefs unterordnen musste, war ebenfalls eine harte Lehrzeit für mich. Der eine war Atheist, aber er war immer auf meiner Seite. Der andere war früher Messdiener gewesen und kam aus der katholischen Ecke. Der hatte mir gar nichts zugetraut und hätte mich am liebsten entlassen. Aber als er mitbekam, dass unser Shop gut lief, denn ich machte jedes Jahr ca. 33% Plus, da wollte er mich haben für seine Marketing Abteilung.

Ich habe mich überreden lassen, hatte mehr Geld verlangt und bin in die Marketing Abteilung ohne Titel gegangen. Das war schon sehr außergewöhnlich, denn die Marketing-Branche ist ein echtes Haifischbecken. Neben dem Produktmarketing geht es in diesem Metier zu einem großen Teil darum, sich selbst zu verkaufen und in Szene zu setzen, wobei ein Titel natürlich hilfreich ist.  

Für einen Christen ist das das Härteste, was es gibt. Dort wird nur gelogen, betrogen und übertrieben. Doch ich habe dabei nicht mitgemacht, sondern mich an Sprüche 2, Vers 6-8 gehalten. „Er allein gibt Weisheit, und nur von Ihm kommt Wissen und Urteilskraft. Aufrichtigen Menschen verleiht Er Glück; Er hilft allen, die offen und ehrlich sind. Wer andere gerecht behandelt und Gott verehrt, steht unter seinem Schutz.“ 

Mein Job verlangte u.a., auf alle Messen zu gehen und unsere Hersteller zu besuchen. Gott schenkte mir Gnade, Gunst und Salbungen bei allen meinen Reisen. Ich hatte immer viel Liebe, Kraft, Humor, Gunst und großen Erfolg. Wenn ich nachts nach Hause kam, war ich immer noch frisch. Meine Frau staunte immer. Ich wusste inzwischen, dass ich für diese Aufgabe Gottes Beistand ganze 24 Stunden lang brauchte, jeden Tag. Ohne Ihn war ich verloren. 

Schwer tat ich mich lange mit der Tatsache, dass von mir als Marketing Manager verlangt wurde, mich immer nur um Zahlen und ums Geld zu kümmern. Der Mensch selbst blieb dabei auf der Strecke. Wichtig war nur, dass die Kasse stimmte. Ehrlichkeit und Fairness waren nicht gefragt. 

Ohne Gott hätte ich das nicht durchgestanden. Ich habe all meine Arbeit immer mit Ihm zusammen gemacht und wurde dann als Marketing Manager nach knapp fünf Jahren bestätigt und habe alles geschafft. Habe keine Reise und kein Meeting gescheut und der Ehrgeiz kam inzwischen zu mir. 

Ich war sehr erfolgreich. Wegen all der Schwierigkeiten, die ich mit Gottes Hilfe gemeistert habe, bin ich heute frei von Menschenfurcht. Ich bin frei! 

Halleluja. 

Für Gott ist kein Ding unmöglich. Amen. Gott hat sich durch mich am Arbeitsplatz verherrlicht. Amen.

Ernst-Uwe Fritze